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Das Bürgermeister-Hintze-Haus.

Das Bürgermeister-Hintze-Haus ist nach Heino Hintze (1576 - 1646) benannt, dem Bauherrn der Fassade. Er war von 1617 bis zu seinem Tode Stader Bürgermeister.

 

Das ursprüngliche Haus

 

Das aus dem Spätmittelalter stammende Haus zeigte die Merkmale eines aus dem Typus des niederdeutschen Bauernhauses entwickelten Kaufmannshauses: Durch den früher ebenerdigen Eingang gelangte man in einen schmalen Flur, von dem aus zwei an der Straßenseite gelegene Stuben erreichbar waren, und weiter in eine über zwei Geschosse des Hauses reichende Diele, die zwei Drittel der Hauslänge von etwa 23 Metern einnahm.

 

Die Fassade

 

Im Jahr 1621 ließ Bürgermeister Heino Hintze, der damalige Eigentümer des Gebäudes, eine aufwendige Fassade im sog. Weserrenaissance-Stil vor dem bestehenden Haus errichten. Dazu holte er Bremer Baumeister nach Stade, die Sandstein-Werkstücke fertigten, die den Ornamenten an Bremer Bauten, insbesondere am Essighaus und am Gewerbehaus, sehr ähnlich sind.

 

Stilistisch ist die Fassade dem Übergang von der (Weser-)Renaissance zum Barock zuzuordnen. Während die Kantenquader mit ihrem geometrische Figuren zeigenden Beschlagwerk typische Ornamente der Renaissance sind, finden sich über den Fenstern und in den Giebelvoluten Verzierungen im frühbarocken Ohrmuschel- oder Knorpelstil.

 

Die Wappen in den Zwickeln des Portals verweisen auf den Bauherren: Links ist das Wappen Hintzes wiedergegeben (zwei Muscheln), rechts das Wappen seiner Ehefrau (drei kleeblattartig zusammengesteckte Tannenzapfen).

 

In die Türlaibungen des Portals sind Falze eingeschlagen, die zum Einlegen von Holzbohlen dienten, um Hochwasser abzuhalten, das vor dem Bau der Fluttore zum Alten Hafen regelmäßig in das Gebäude eindrang.

 

Veränderungen am Haus, Verfall und Neuaufbau

 

Durch Umbauten erfuhren das Innere des Hauses und die Fassade seit dem 18. Jahrhundert starke Veränderungen. Vollständig geändert wurden die Fensterteilungen der drei Hauptgeschosse. Durch Ausbauten im Hausinneren wurde die Diele stark verändert. Zudem führten Versackungen des auf überschüttetem Marschboden ungenügend gegründeten Gebäudes zu großen Schäden. Aufgrund fortschreitenden Verfalls entschied man sich zu einem Abriss des Gebäudes, der im Jahr 1930 stattfand. Zuvor wurden die über 250 Sandstein-Werkstücke der Fassade geborgen, um sie bei einer Rekonstruktion vor einem Neubau wiederzuverwenden. Der Neubau, der aufgrund knapper Geldmittel gegenüber dem Vorgängerbau um ein Drittel in der Länge gekürzt ist, wurde 1932 begonnen und 1933 fertiggestellt.

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